Dachsanierung Buschenschank Wieserhoisl

Wieserhoisl 2.0
Wir fahren erneut zum Wieserhoisl – diesmal das Projekt: Dachsanierung des Buschenschank (Buschenschank bezeichnet in Österreich einen Ausschank mit Jause und Getränken an Ausflugsorten). Der Buschenschank am Wieserhoisl soll für Seminare und Gästegruppen nutzbar gemacht werden.

Dazu war es nötig die undichte Dacheindeckung zu erneuern, die vorhandene rotte Dämmung zu tauschen und mit einem neu gedämmten, hinterlüfteten Dachaufbau zu ersetzen.
Ingesamt 7 Wochen wurde am Hof zusammen gebaut, gelernt, gearbeitet, gekocht, geernet und vor allem gelebt. Morgens gab es eine Baubesprechung mit Ausstauschrunde und Arbeitsaufteilung. Nach dem Arbeitstag (am Dach, in der Küche oder im Garten) wurde nochmals in einer Runde der Tag reflektiert, Befindlichkeiten ausgetauscht und falls nötig Unstimmigkeiten beredet.
Dadurch konnte eine sehr entspannte und vertrauensvolle Atmosphäre auf der Baustelle und im allgemeinen Zusammensein entstehen.

Zuerst musste das alte Dach bis auf die Innenverschalung abgetragen werden. Dabei kam nicht nur Schönes zu Vorschein. Vor allem das Entfernen der alten Steinwoll-Dämmung hatte es in sich…

Und dann kamen die ersten Problemstellen zum Vorschein: Ameisen, Feuchtigkeit und der Lauf der Zeit hatten an einigen tragenden Balken genagt. Dank dieser unerwarteten (naja…) Herausforderungen war es nötig und möglich etwas tiefer in die Materie der Zimmerei-Reperatur-Verbindungen einzusteigen.

Nachdem alles geflickt und Problemstellen an der Gaubenkehle verstärkt wurden konnte mit dem Neuaufbau begonnen werden.
Die Sparren wurden mit Bohlen verstärkt und gleichzeitig die Dachfläche ausgeglichen. Die Dampfbremse wurde von Aussen gelegt und verklebt. Anschliessend konnte die neue Dämmung eingebracht werden. Dann gings ans Einschalen, Unterspannbahn legen, Konterlattung und Traglattung nageln.

Da die Zeit für diese Bauphase nun zu Ende, aber das Dach noch nicht eingedeckt war, beschlossen wir uns im Herbst erneut für drei Wochen zu treffen um Einzudecken und Dachflächenfenster einzubauen.

Das war wieder sehr schön und alle waren froh, stolz und glücklich als der letzte Ziegel lag. Der gemeinsame Baustellenabschluss konnte nun entspannt auf dem Hoffest der Wiesls begangen werden.

Dachbodenbaustelle in Volzendorf

Anfang November haben wir die neue Kommune in Volzendorf erneut besucht. Diesmal haben wir die oberste Geschossdecke des Wohnhauses gedämmt, den Dachstuhl verstärkt und auf dem Dachboden Dielen verlegt. Über die oberste Geschossdecke geht in einem beheizten Haus viel Wärme verloren, wenn diese nicht isoliert ist. Der Dachstuhl soll zwar perspektivisch ausgebaut und als Wohn- oder Seminarraum nutzbar gemacht werden, doch dies wird wahrscheinlich erst in einigen Jahren realisierbar sein.

Es war uns wieder wichtig möglichst ökologisch nachhaltige Baustoffe zu verwenden.So haben wir Holzfaser- Einblasdämmung als Dämmstoff ausgewählt. Dieser Dämmstoff ist relativ günstig, vollständig ökologisch abbaubar und kann sehr flexibel eingesetzt werden. Den Dachstuhl haben wir durch den Einbau zusätzlicher Pfosten verstärkt um einen späteren weiteren Ausbau des Dachbodens zu erleichtern.
Während der drei Wochen, die wir gebaut haben, haben wir in der Regel mit drei bis sechs Personen zusammen gearbeitet und es war uns wichtig die anfallenden Aufgaben regelmäßig rotieren zu lassen. So war es für fast alle möglich z.B. beim Zuschnitt der Dielen etwas Routine mit der Handkreissäge zu erlangen oder einiges an Übung zu bekommen beim Annageln der Dielen.

Glashaus fürs Wieserhoisl

Im Sommer 2016 waren wir beim Hofkollektiv Wieserhoisl in der Österreichischen Steiermark zu Gast. In drei intensiven Bauwochen entstand dabei ein Glashaus für Jungplflanzen.
Gearbeitet wurde mit Materialien vor Ort: Für das Ständerwerk diente von den Wiederhoisls selbst eingeschnittenem Bauholz und das Dach bildet eine recycelte Swimmingpoolabdeckung. Der Fundamentring wurde mit Feldsteinen und Kalksandmörtel aufgemauert.

Im Fokus der Baustelle stand der Ausstausch und die Vermittlung von Wissen als Hilfe zur Selbsthilfe. Alle Bauschritte wurden zusammen mit den Bewohner_innen und interessierten Gästen geplant und durchgeführt. Angefangen mit der grundlegenden Planung solch eines Gebäudes, über das Schnurgerüst für die Punktfundamente und das Abbinden der Hölzer bis zum Richten des Ständerwerks und abschliessender Stabilisierung der Aufschüttung mithilfe einer Trockenmauer.

Bauwochen in Volzendorf

Im Sommer waren einige von uns bei der neu gegründeten Kommune in Volzendorf im Wendland. Die Bewohner*innen sind in verschiedenen politischen Kontexten im Wendland aktiv, organisieren mit anderen Dorfbewohner*innen eine Kinderbetreuung und stehen in engem Kontakt zur benachbarten Kommune, die schon etwas länger existiert. Außerdem gehört zu der Kommune bisher eine solidarische Landwirtschaft (SoLawi), die ca. 50 Menschen versorgt und eine Backstube mit Holzbackofen, in der mindestens einmal wöchentlich Brot gebacken wird. Es gibt eine Menge weiterer Ideen für den Ort und wir möchten die Kommune weiterhin dabei unterstützen.

Vorerst haben wir einen kleinen Bauwagen wieder aufgebaut, der nun als Rückzugsraum für Gäste funktionieren soll. Hierfür haben wir soweit es ging alte Materialien recycelt wie alte Fenster, eine alte Tür und z.T. auch alte Steinwolledämmung. Ansonsten haben wir versucht möglichst kostengünstige aber dennoch ökologische und langlebige Materialien zu verwenden.

Außerdem haben wir bei dem Umbau der Küche geholfen. Die alte Einbauküche war den Anforderungen einer Kommune mit zehn Bewohner*innen und meistens ebenso vielen Besucher*innen und Helfenden der SoLawi nicht gewachsen. Deshalb haben wir eine Wand eingerissen um den Raum zu vergrößern, die bröckelnde Decke erneuert, einen gruppentauglichen Gastronomie- Gasherd sowie eine große Spüle organisiert und mehrere solide Küchenmöbel sowie eine Kochinsel angefertigt. Jetzt macht kochen dort Spaß.

Eine Treppe für die Feldscheune

Im Februar haben wir noch eine Treppe in die neue Feldscheune der „Roten Beete“-CSA in Sehlis gebaut. Die Leiter zur Zwischenebene war dann doch etwas wackelig – vorallem für die Kinder, die hier leben. Wir haben sie gewendelt, damit sie so wenig Platz wie möglich für die Gartengeräte und Maschinen der Gärtnerei wegnimmt und als Bauteile haben wir wieder möglichst viel Altholz verwendet. Und solange das Geländer nicht als Rutsche umfunktioniert wird, sollte die Treppe jetzt nicht nur für die Arbeit komfortabler, sondern eben auch kindersicher sein.

Mitgemacht haben wieder auch Menschen hier aus der Kommune und eine junge „Lehrlingline“, die durch den Treppenbau grundlegendes Zimmereiwissen erlernen und erproben konnte – das Ausarbeiten von Zapfen und Zapfenlöchern, das Herstellen von Holznägeln, aber auch das Ausmessen und Zuschneiden der Pfosten, Geländer und Treppenstufen.