Warum?

Wir haben festgestellt, dass es ziemlich viele Menschen gibt, die gern einen handwerklichen Beruf lernen möchten, dies aber nicht in den bestehenden Strukturen wollen und/oder können.
Unser Ziel ist es, eine selbstorganisierte und nichtkommerzielle Form von Bildung und letztendlich auch von Arbeit zu erproben.
Wir wollen nicht ständig mit rassistischen, sexistischen und homophoben Verhaltensmustern konfrontiert sein, wie einige von uns es in ihrer Ausbidung erfahren haben.
Wir wollen uns auch nicht nicht in hierachischen Strukturen bewegen und mit unserem Tun die kapitalistische Verwertungslogik reproduzieren.

Wir wollen eine Alternative zu diesen Strukturen entwickeln.

Um unserer Vorstellung von einem selbstbestimmten Leben näher zu kommen, ist es nach unserer Einschätzung notwendig, dass wir uns lebensnotwendige Grundlagen wieder aneigenen und so Stück für Stück handlungsfähig werden.

Wir möchten uns Bildung wieder aneignen.

Wie?

Unsere Utopie ist ein Netzwerk von Menschen, die Wissen und Fähigkeiten haben und solchen, die etwas lernen möchten. Denkbar wären also z.B. verschiedene handwerkliche Bereiche, wie Tischlerei, Zimmerei, Metallbau, usw. die unabhängig voneinander fachspezifische Bildungswochen organisieren, aber dennoch miteinander vernetzt sind.
Die Bildungswochen können überall stattfinden, wo es sich gerade anbietet. Wir stellen uns als mögliche Orte vor allem selbstverwaltete Kulturprojekte, CSA-Höfe (Solidarische Landwirtschaften), nichtkommerzielle Projekte und Besetzungen vor. Dort haben wir zum einen die Möglichkeit, konkrete Projekte zu unterstützen und haben zum anderen den notwendigen Freiraum, um Bildungswochen zu realisieren. Zusätzlich zu diesen Baustellen, bei denen vor allem praktische Fähigkeiten vermittelt werden können, wollen wir Theoriewochen organisieren.

Für die Bildungswochen ist es notwendig, dass es Menschen gibt, die über fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen und bereit sind, diese an andere weiter zu geben. Außerdem ist es notwendig, Baustellen zu organisieren, bei denen es möglich ist, dass für ein bis zwei Wochen eine solche Bildung stattfinden kann.

In diesen Bildungswochen geht es hauptsächlich darum, voneinander zu lernen, d.h. es geht nicht darum, möglichst schnell fertig zu werden, sondern wir nehmen uns die Zeit, uns Sachen zu erklären, auszuprobieren und gleich bauend umzusetzen. Dabei gehen wir von verschiedenen Wissenständen aus, verstehen diese aber als Bereicherung und versuchen, mit Wissenhierarchien bewusst umzugehen. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir während dieser Bildungswochen nicht dieselben Verhaltensmuster reproduzieren, wie wir sie in vielen anderen Zusammenhängen erleben. Wir möchten Räume schaffen, in denen es für alle möglich ist zu lernen, ohne durch irgendetwas eingeschränkt zu sein. Hierarchische, sexistische und patriarchale Verhaltensweisen sollen jederzeit kritisierbar sein und gemeinsam aufgearbeitet werden können.

Wo wir stehen

Wir haben im November 2015 eine erste Bildungswoche im Bereich Zimmerei veranstaltet. Für alle Beteiligten ist diese Woche sehr positiv verlaufen. Gerade sind wir eine kleine Gruppe und kennen viele Menschen, die gerne voneinander lernen möchten, aber nur wenige, die konkrete Baustellen und Bildungswochen organisieren.

Wir brauchen Kompliz*innen! Wir suchen noch mehr Menschen, die sich für diese Ideen begeistern können und Lust haben, mitzumachen. Dabei ist es egal, wie was und wieviel ihr könnt, sondern vielmehr, ob ihr Lust habt, zu lernen und anderen etwas beizubringen. Wir sind eine offene Gruppe – das heißt, alle können dazu stoßen und ihr müsst auch nicht immer und überall dabei sein.

Meldet euch, wenn ihr interessiert seid, Fragen habt oder erstmal nur auf dem Laufenden bleiben möchtet!